Liebe Freundinnen und Freunde des Zeitzeugen-Dialogs!

Das Projekt "Geschichte verbindet" ist beendet. Seit 2010 haben wir 162 Zeitzeugengespräche durchgeführt und dabei 5.714 Interessierte erreicht. Die angestrebten ehrgeizigen Ziele haben wir nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.

Wir danken von Herzen vor allem den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Wieder und wieder sind sie für uns in ihre zumeist sehr bedrückende Vergangenheit zurückgekehrt. Wir danken engagierten Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern in Tschechien und Sachsen, unseren hervorragenden Praktikantinnen und Praktikanten Ivana Malenčiková, Kateřina Bradáčová, Barbora Dymáčková, Aneta Břehová und Clemens Kießling, und natürlich und nicht zuletzt den Förderinstitutionen: EU-Programm Ziel-3/Cíl-3, Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"!

Werner Imhof und Thomas Oellermann für die Brücke/Most-Stiftung und das Collegium Bohemicum

Stirbt ein alter Mensch, dann verbrennt eine ganze Bibliothek 

(afrikanisches Sprichwort)

Der Einsatz von Zeitzeugen bildet einen Schwerpunkt in der interkulturellen Bildungsarbeit der Brücke/Most-Stiftung zur deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit. Besonders junge Menschen sind fasziniert von der Begegnung mit unmittelbaren Zeugen bedeutender historischer Ereignisse. Hinter Begriffen und Jahreszahlen scheint dann die menschliche Dimension der Geschichte auf, ein persönliches Schicksal bebildert die historischen Abläufe. In individueller Perspektive werden die Ereignisse zum Leben erweckt und vorstellbar. So wird zum Beispiel anschaulich, wie eine totalitäre Gesellschaftsform durch Überwachung, Terror, Diskriminierung und Verfolgung konkret in das Leben eines Menschen eingreift.

Für die historisch-politische Bildungsarbeit ist von Bedeutung, dass solche Lernerlebnisse besonders nachhaltig erinnert werden. Wie wichtig dies etwa im Blick auf aktuelle rechtsextreme und fremdenfeindliche Tendenzen ist, muss nicht betont werden. Noch steht im Zentrum unserer Zeitzeugenarbeit der Holocaust. Wer sich mit Auschwitz beschäftigt und dann mit einem Überlebenden gesprochen hat, wird jeder Verharmlosung des Holocaust mit großer Skepsis begegnen.

Langjährige Erfahrungen in Oral-History-Projekten haben uns gelehrt, dass der sinnvolle Einsatz von Zeitzeugen in der Bildungsarbeit sehr viel mehr verlangt, als Menschen einer bestimmten Generation zu finden und erzählen zu lassen. Wir bringen dieses Wissen in jedes Projekt ein und geben es im Rahmen von Fortbildungen weiter.

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„Die persönliche Begegnung mit Frau Miková und ihr Bericht waren eindrucksvoller, bedrückender und nachhaltiger als alles, was ich bisher über den Nationalsozialismus und den Holocaust gelesen oder gesehen habe.“

„Die bestehenden Vorurteile – man hätte ja schon so viel über den Nationalsozialismus im Unterricht gehabt – wurden weggewischt. Die Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur inneren Anteilnahme waren durch die persönliche Begegnung sehr hoch.“

Hans-Hinrich Kahrs, Geschichtslehrer am Gymnasium Warstade/Hemmoor, nach einem unserer Zeitzeugengespräche

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